Die Drei Zinnen: Majestätisch ragen die drei weltbekannten Spitzen in den Himmel. Sie gehören zum UNESCO-Welterbe der nördlichen Dolomiten, sind Stoff vieler Abenteuer- und Klettergeschichten. Wir sind neugierig geworden. Was macht das Wahrzeichen der Dolomiten so besonders? Ein Bericht über unsere Rundwanderung über das Zinnenplateau auf 2200-2400 m Höhe.

Wegweiser nahe der Auronzohütte

Anfahrt von Toblach zu den Drei Zinnen

Wie kommt man hin? Diese Frage stellen sich laut unserer Internet-Recherche viele BesucherInnen. Die Möglichkeiten haben wir kurz im Überblick zusammengefasst.

  • Mit dem Auto oder Fahrrad zur Auronzo-Hütte (30 € Maut)
  • Mit dem Auto oder Fahrrad bis zum Antornosee, weiter zu Fuß
  • Mit dem Bus-Shuttle ab Toblach (Hin- und Rückfahrt 15 €/p.P.) oder bei Zu- und Ausstieg in Schluderbach 4 € p.P.
  • Zu Fuß vom Dürrensee über das Rienztal (9,1 km, 1400 hm bis zum Paternsattel)

Unsere 4-köpfige Wandergruppe hat sich für Option zwei entschieden. Nach einer kurvigen Fahrt parken wir unser Auto am Antornosee. Schließlich wollen wir nicht nur die 3 Zinnen sehen, sondern auch noch die wunderbare Natur auf den Weg dorthin genießen.

Vom Antornosee zur Auronzohütte

Es ist Mitte Juni und der Antornosee liegt noch verhältnismäßig ruhig vor uns. Auf der weitläufigen Freifläche parken nur vereinzelt Autos. In der Hochsaison im Juli und August wird es vermutlich ganz anders aussehen. Heute ist der erste Tag unseres Südtirol Urlaubs. Und wir konnten es einfach nicht erwarten die berühmte Felsformation aus der Nähe zu sehen.

Wir starten entlang des Sees, vorbei an der Mautstation, von der aus die Zufahrt zur Auronzohütte beginnt. Der ausgetretene Weg S1 bringt uns zunächst ganz gemütlich bis zu einem kleinen Bach, den man überspringt, bevor man den eigentlichen Wanderweg zum Refugium einschlägt.

Wir stapfen über feuchte Wiesen und niedrigen Wald bergauf. Als wir im Val del Ciadin de Longeres auf die ersten Schnee- und Geröllfelder stoßen, können wir einen näheren Blick auf die Tre Cime werfen. Überzeugt sind wir nicht. Niemand aus unserer Wandergruppe wusste bislang, dass die berühmten Zacken nur von der Nordseite aus eindeutig zu sehen sind.

Blick ins Val del Ciadin de Longeresl
Blick auf die Drei Zinnen

Von unserem Standpunkt am Fuß des Col de le Bisse sehen wir schon die vielen Autos am Parkplatz der Hütte glänzen. Nur noch 20 min denken wir. Zu früh gefreut. Zuvor kämpfen wir uns noch den steilen, felsigen Weg hinauf, der von vielen klar sprudelnden Bächen durchzogen wird. Letztendlich brauchen wir noch gut 45 min.

Den Drei Zinnen ganz nah

Juhuu wir sind oben – der eigentliche Ausgangspunkt unserer Wanderung ist erreicht. Zuerst sehen wir nur den gut gefüllten, großen Parkplatz. Auf den letzten Metern zur Terrasse der Auronzohütte wird es dann aber doch schon spektakulär. Der Ausblick auf die Cadini-Gruppe und das Val Marzon ist unübertrieben gigantisch!! Also legen wir eine kleine Pause ein und saugen die Eindrücke der Umgebung in uns auf.

Bevor es zu kalt wird setzen wir uns wieder in Bewegung, in dem unser Grüppchen dem stetigen Touristenstrom zur Lavaredohütte folgt. Das Getümmel um die Hütte interessiert uns weniger, dafür erregen drei Kletterer auf der Ostseite der Kleinen Zinne unsere Aufmerksamkeit. Sofort fangen wir an von einer eigenen Begehung zu träumen.

Am Paternsattel kämpfen wir uns durch eine große Schneewehe zurück auf den Weg S1. Und nun sehen wir die steilen, glatten Nordwände der Drei Zinnen zum ersten Mal. Wir haben einen fantastischen Tag erwischt. Die schnell ziehenden Wolken werfen ein beeindruckendes Licht auf die karge, zerklüftete, zum großen Teil noch schneebedeckte Landschaft um uns.

Blick ins Val Marzon
Blick auf die Cadini-Gruppe
Die Drei Zinnen in voller Größe
Steinhaufen am Paternsattel
Frühlingsküchenschelle bei Drei Zinnen

Es ist ein Genuss, als wir immer entlang der steil aufragenden Wände entlang laufen. Mitten im Juni dürfen wir den Frühling noch ein zweites Mal erleben. Denn auf über 2000 m blühen jetzt erst die ersten Blumen. Und wir sind fast gänzlich allein, bis wir schließlich auf die Langalm stoßen, wo ähnlich wie am Paternsattel ein Touristen Hotspot zu sein scheint.

Eigentlich wollten wir am Rienz Ursprung noch eine kurze Pause einlegen, doch dunkle Wolken ziehen von Westen her auf. In dieser labilen Wetterlage nehmen wir die Gewittergefahr ernst und begeben uns schnell auf den Weg zurück zur Auronzohütte, vorbei am Rienztal und beginnen auch gleich mit dem Abstieg entlang unserer Aufstiegsroute. Kurz erwischt uns Hagel und Regen, doch wir haben den Antornosee schon fast erreicht.

Wegbeschreibung:

Höhenmeter: 1200 hm
Gehzeit: 4,5 h
Streckenlänge: 17 km
Karte: KOMPASS Wanderkarte Südtirol, 3 Wander-, Bike- Skitourenkarte (Band 699)

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